Mannheim-Seckenheim - St. Ägidius (2007)

Erbaut 1904
Wiederaufbau 1948 - 1951
Innenrenovation mit Künstlerischer Neugestaltung
Konzept der Renovierung und Neugestaltung 2006 – 2007

Vom Erzbischöflichen Bauamt stammt der Entwurf für die liturgische Umgestaltung mit Verlegung des Altares aus der Apsis in den Vierungsbereich. Die Altarebene wurde als runde dreistufige Anlage konzipiert und bietet so der Gemeinde die Möglichkeit, sich dreiseitig um diese neue Mitte zu versammeln. Hierzu wurden die Gestühlsblöcke komplett erneuert und neu ausgerichtet, die Bänke blieben erhalten. Neben der Erneuerung der haustechnischen Anlagen mit Warmluftstationen und Verbesserung der Elektroakustik wurde auch der vorhandene Bodenbelag, ebenfalls aus den 50er Jahren, instand gesetzt.
Die künstlerische neu Konzeption des Kirchenraums wurde in Form eines Ideenwettbewerbs gefunden. Als Siegerin ging Gabriels Willers aus dieser mehrfachen Beauftragung hervor. Der Entwurf überzeugt durch seine formale Geschlossenheit und seine besondere Sensibilität gegenüber der neubarocken Architektur.
Die bildhauerischen Arbeiten für die Prinzipalen zeichnen sich durch schlichte Formen aus. Als Material wurde, wie auch für den Belag, ein grauer toskanischer Sandstein gewählt. Die Wandnischen der bisherigen Seitenaltäre wurden ebenso wie die Rückwand des linken Seitenschiffes von der Künstlerin bemalt. In der linken vorderen Seitennische fand die von Restaurator Knopf gereinigte Maria wieder ihren Platz. Der Wandsockel ist im gleichen Material wie die Prinzipalen gehalten, auf einen Strahlenkranz konnte wegen der künstlerisch hochwertigen abstrakten Malerei mit Goldelementen verzichtet werden. Die Vertiefung der Decke im Vierungsbereich wurde von der Künstlerin reliefartig modelliert und ebenfalls bemalt. Die Sutorgruppe wurde um ca. 2 m in Richtung Kirchenraum versetzt. Die neu Aufstellung in Verbindung mit einer freistehenden Wand auf welcher sich das Kreuz als Öffnung bzw. Lichtschlitz abbildet, bedeutet zugleich eine künstlerische neu Interpretation. Das vorhandene Relief der heiligen Familie fand einen neuen Standort im linken Seitenschiff. Das Missionskreuz wurde auf die Südseite des rechten Seitenschiffs versetzt.